Ryker's

Hardcore

Die fünf Bandmitglieder von Ryker's stehen in einer Reihe nebeneinander und schauen in die Kamera.
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Wir schreiben das Jahr 2024 und seit der letzten Veröffentlichung von RYKER'S im Jahr 2019 ist viel passiert. Die Welt, die wir damals kannten, hat sich massiv verändert und sicherlich nicht zum Besseren.
Hat das einen Einfluss auf eine der wenigen Konstanten in der europäischen Hardcore-Szene gehabt? Ja, das hat es!
RYKERs Blick auf die letzten Jahre ist ein brutal düsteres Geschoss des Hasses, das einen fragen lässt, wie viel Frustration und Wut sich hier angestaut haben muss.
Die Rückkehr von Original-Frontmann Kid.D., der seiner Aggression verbal freien Lauf lässt, passt zu den neuen Songs wie die Faust auf's Auge, wie man in Deutschland sagt.
Musikalisch haben sich RYKER'S wieder näher an Klassiker wie 'First Blood' und 'Brother Against Brother' angenähert, aber in zeitgemäßer Form. Die Rhythmusgruppe um Schlagzeuger Flo und Bassist Chris bildet einen brutalen Klangteppich, Steve legt ein mörderisches Riff nach dem anderen hin und Fusels Leads decken mühelos das Spektrum von Thrash bis Punk ab.
Der Opener 'When the Dam Has Broken' macht keine Gefangenen und gibt den Ton an. Direkt dahinter stürmt das furiose 'Bread & Circuses', das mit seinen heftigen Gangshouts und Moshparts sicherlich ein Live-Klassiker werden wird. Ours Was a Noble Cause" kommt schwer und düster daher und erinnert an Songs wie "True Colors" vom Brother Against Brother"-Album. Mentally Unlocked" zeigt, wie wohl sich RYKER'S in so ziemlich allen Bereichen der extremen Musik fühlen. Die Texte sind brutal zynisch und zollen den alten Slayer Tribut. Tatsächlich sind die Texte diesmal in der Regel böser und sarkastischer, manchmal sogar melancholisch. Death Divides / Death Unites" regt zum Nachdenken an, "The Road to Better" wartet mit einem unerwarteten zweistimmigen Gitarrensolo auf und "Always Forgive/Never Forget" zeigt, wie man einen Gastsänger (Rich O'Brien - Darkside NYC) zum Vorteil aller Beteiligten einbinden kann. Die abschließende UK Subs-Hymne "Riot" rundet das Gesamtpaket in jeder Hinsicht hervorragend ab.
Diesmal hat die Band die Aufnahmen selbst in die Hand genommen, und sie wussten offensichtlich, was sie wollten - alles andere als die typische Metalcore-Triggersuppe. Das Album klingt organisch und spontan; man könnte fast meinen, dass alles live aufgenommen wurde, so exquisit wurde die Energie und Rohheit eingefangen. Veredelt, d.h. abgemischt und gemastert, wurde das Ganze wie immer von dem langjährigen Produzenten und Freund Andy Classen, der die Gemütslage der Jungs verstanden und auf ein ganz neues Niveau gehoben hat.