Universitätsbibliothek
17:30 - 20:00
Grenzpunkt Null – Poetische Soundlesung
Kulturhaus Arthur, Power von der Eastside, ZONIC
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__Teil A: Grenzpunkt Null - Von DT64 zum Radio heute
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Mit Rex Joswig (Herbst in Peking/Grenzpunkt Null, Berlin) und Alexander Pehlemann (Zonic, Leipzig)

Grenzpunkt Null, die Sounds und Poesie mixende Show von Rex Joswig, startete 1992 bei DT64 und war dann auf MDR Sputnik zu hören, bis sie 1998 der dort zum neuen Fetisch erhobenen „Durchhörbarkeit“ zum Opfer fiel. Stets zudem als Live-Inszenierung unterwegs, lebt sie seit 2010 auch im freien Radio fort, als Grenzpunkt Null reloaded für die Berliner Station Reboot FM. In einer anekdotisch unterfütterten Rückschau wird zu erfahren sein, welche Rolle DT64 für seine Band Herbst in Peking hatte, die noch 1989 verboten wurde, wie seine Peking Records-Compilation „Systemausfall“ zur DT64-Soli-Platte wurde sowie welche Wege der Grenzpunkt Null genommen hat - bis zur Frage, ob und wie die erwachsen gewordene Popkultur im Medium Radio überhaupt noch präsentiert werden kann.

__Teil B: Grenzpunkt Null live: „Die herausfallenden alten Frauen“
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Die „lebende Repetiermaschine“ Rex Joswig meldet sich aus dem Jenseits der Unterhaltung und beschreibt den Grenzpunkt Null wie folgt:

„In einer Mischung abseitiger Populärmusik entsteht ein Soundtrack für dichtende Originalstimmen und die Stimme am Mikrofon, die wie im Rausch durch die ewige Echokammer der Literatur halluzinieren. Relevante Poesie in absurden Räumen erklingen zu lassen, ist das Wesen dieser Radioshow.“
Dem grausamen Zeitgeist eines wiedererweckten russischen Staats-Brutalismus angemessen widmet sich die Wort-Sound-Collage den absurd-lakonischen Texten des Leningrader Poeten Daniil Charms (1905-1942), die auf den stalinistischen Terror in ganz eigener Weise antworteten, getreu dem Charms´schen Motto: „Gedicht schreiben muß man so, daß, wenn man das Gedicht gegen das Fenster wirft, das Glas zu Bruch geht.“

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