Alligatoah

Alligatoah

Do. 04.07.2019
20:00–20:30 Uhr
#wirbleibenmehr Bühne
Musik

Alligatoah – Einsicht mit vielen Gesichtern

Alligatoah ist in vielen Dingen ein Mysterium. Obwohl man ihn Rapper nennt, singt er regelmäßig. Obwohl man ihm diverser Dinge Verherrlichung nachsagt, entsagt er eben jenen. Obwohl er irgendwo herzukommen scheint, ist er keiner regionalen Szene entsprungen! Der Künstler lässt seine Kunst sprechen. Dabei wandelt er zwischen den Genres und scheut sich nicht anzuecken: für die Rap-Szene ist er oft zu melodiös, für den Popmainstream haben seine Songs zu viel Text.

Schon zu Beginn seines musikalischen Schaffens definiert Alligatoah klar seine eigene Schublade: „Ich bin Schauspieler und schlüpfe in Rollen hinein“. Selbst seine unterschiedlichen Tätigkeiten bekamen eigene Namen. Mit den beiden Alter-Egos Kaliba 69 und DJ Deagle konnte er so zunächst für die Internetgemeinde als Band in Personalunion erscheinen. Weitere Charaktere folgten.

Meine Rollen sind inspiriert von Gesprächen, Begegnungen Film und Fernsehen. Oft sind es Unsympathen oder Antihelden. So kann ich mich auch ernsten Themen nähern“.

Leichte Melodien treffen schwere Themen, brutale Sprachbilder verpackt in spielerischen Wortwitz, süffisantes Mona-Lisa-Lächeln, als wäre es von Jack Nicholson interpretiert.

Alligatoah steht 2018 für eine beispiellose Einzigartigkeit und tritt weiterhin den Beweis an, dass populäre Musik nicht weichgespült und angepasst sein muss, sondern experimentell, hart und detailverliebt sein kann. Es ist für jeden etwas dabei, der keine Angst vor Worten hat. Wer bereit ist, dem ersten positiven Zyniker unter den Protestsängern bei seinen akustischen Drehbüchern über die Absurditäten des Weltgeschehens zuzuhören, wird auf seine Kosten kommen. Alligatoah ist durch seine Kunst ein nicht immer stiller Beobachter der Welt, der in diversen Zwischentönen Hauptsätze spricht und Perspektiven energetisch vermittelt, von denen er offenhält, wer diese jetzt eigentlich einnimmt.

2019 bringt Alligatoah dieses Spektakel auf die großen Bühnen des deutschsprachigen Raums. Das Bühnenbild hat er dabei ebenso selber entworfen, wie er auf den Alben nicht nur alles komponierte, sondern auch einspielte.

Kristof Jansen im Juli 2018 (gekürzt)

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