Cooking with Mama: Zine-Lesung, Solidaritätsauktion und gemeinsames Kochen
Workshops oder Mitmachformate - Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt

„Cooking with Mama“ ist eine Reihe von Gemeinschaftsveranstaltungen in Berlin und darüber hinaus, die persönliche und kollektive Geschichten und Geschichtsverläufe miteinander verweben, die oft übersehen oder ausgelöscht werden. Durch kulinarische Praktiken und Geschichten aus Osteuropa, dem Kaukasus, Nord- und Zentralasien schaffen die Treffen einen Raum, um mehr über die dekoloniale Bedeutung von Essen sowie über das überlieferte und lokale Wissen jener Menschen zu erfahren, deren Leben von russischer und anderer kolonialer und imperialer Gewalt geprägt wurde – ein Erbe, das sich im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und in anderen Formen der Herrschaft in der gesamten Region fortsetzt. Gemeinsam setzen wir uns mit Erfahrungen des Verlusts auseinander und pflegen dabei Fürsorge und Solidarität. Die Zusammenkünfte sind eine Hommage an die langjährige Initiative „Cooking with Mama“ des kurdischen Künstlers Hiwa K.
Während des Festivals findet die Veranstaltung in zwei Teilen statt. Sie beginnt mit einer gemeinsamen Lektüre handgefertigter Textil-Zines, die die „Cooking with Mama“-Treffen in Berlin, gemeinsame Essgewohnheiten, persönliche Geschichten und gelebte Erfahrungen dokumentieren. Die Teilnehmenden sind eingeladen, ihre Reflexionen auf den Textilien zu hinterlassen und dabei imperiale und interimperiale Hinterlassenschaften, Wissensquellen sowie die Lücken und Schweigen, die diese prägen, nachzuzeichnen. Ausgehend von der Überzeugung, dass Solidarität über Worte hinausgehen muss, umfasst das Treffen eine Solidaritätsauktion eines Textil-Zines. Die erzielten Einnahmen kommen direkt den Hilfsbemühungen in der Ukraine zugute.
Im zweiten Teil werden Aktivist*innen der ukrainischen Basisinitiativen „Street Aid Daily“ und „Solidarity Kitchen“ Geschichten aus ihrer Arbeit vor Ort erzählen und die Teilnehmenden zum gemeinsamen Kochen einladen. Anhand von Reflexionen über Lebensmittelinfrastrukturen in Kriegszeiten, Zwangsvertreibung und Obdachlosigkeit werden sie darüber sprechen, wie Unterstützung für schutzbedürftige Gruppen in der Ukraine organisiert wird. Neben anderen direkten Aktionen, die sich mit ungerechten Realitäten auseinandersetzen, werden Essen und gemeinschaftliches Kochen zu politischen Handlungen, die Raum für Solidarität schaffen.