Herkunft zählt. Eine ostdeutsche Perspektive auf Armut und Aufstieg
Lesung - Post Ost

Wie prägt die Herkunft unseren Lebensweg? Warum ist Armut mehr als ein Mangel an Geld? Und was kann eine ostdeutsche Biografie über soziale Ungleichheit in ganz Deutschland erzählen?
In ihrer Keynote verbindet Ramona Wuttig ausgewählte Passagen aus ihrem Buch „Aller Aufstieg ist schwer. Arm, ostdeutsch, Arbeiterkind – Die Lüge von der Chancengleichheit“ mit persönlichen Erfahrungen und soziologischen Analysen. Sie erzählt vom Aufwachsen in extremer Armut in einem kleinen Dorf in Thüringen, Scham, Bildungswegen und den oft unsichtbaren Hürden eines sozialen Aufstiegs. Gleichzeitig zeigt sie, dass ihre Geschichte kein Einzelschicksal ist, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen, die bis heute Chancen und Lebenswege prägen.
Aus einer ostdeutschen Perspektive wirft Ramona Wuttig einen Blick auf Fragen, die weit über ihre eigene Biografie hinausgehen: Warum hält sich die Vorstellung der Chancengleichheit so hartnäckig? Weshalb bleiben die Erfahrungen von Menschen aus armutsbetroffenen Familien in öffentlichen Debatten oft unsichtbar? Und was bedeutet sozialer Aufstieg eigentlich - jenseits von Bildungsabschlüssen und beruflichem Erfolg?
Die Veranstaltung ist keine klassische Autorenlesung, sondern verbindet Lesung, wissenschaftliche Einordnung und persönliche Erzählung zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit Herkunft, sozialer Ungleichheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Im anschließenden Gespräch ist das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, das Buch „Aller Aufstieg ist schwer“ am Büchertisch zu erwerben. Ramona Wuttig signiert die Bücher gerne und steht für persönliche Gespräche zur Verfügung.