Späti Talk: Spätis als Dritte Orte?
Panel - Generationen
Berlin hat sie an jeder Ecke, Leipzig sowieso – und Chemnitz? Hier ist der Späti bis heute eher Sehnsuchtsort als Selbstverständlichkeit. Dabei zeigt sich gerade in Chemnitz, wie viel mehr in diesen kleinen Läden steckt als Bier, Snacks und lange Öffnungszeiten: Spätis sind Treffpunkte, Nachbarschaftsanker, niedrigschwellige Kulturorte – Dritte Orte, an denen sich Menschen begegnen, die sich sonst nie über den Weg laufen würden.
Wie groß das Bedürfnis danach ist, machte zuletzt eine Späti-Tour deutlich, die junge Chemnitzer:innen durch verschiedene Stadtteile führte – ein performativer Streifzug durch eine Stadt, in der es kaum klassische Spätis gibt. Neben Snacks gab es unterwegs vor allem eines: offene Angebote, Gespräche und die Frage, was jungen Menschen in Chemnitz eigentlich fehlt.
Genau darüber sprechen wir auf diesem Panel: Welche Rolle können Spätis für junge Menschen in Chemnitz spielen? Was braucht es, damit aus einem Kiosk ein sozialer Ort wird? Und sind Automaten-Spätis in einer alternden Stadt mit sinkenden Studierendenzahlen vielleicht eine smarte Lösung – eine, die sich sogar auf den ländlichen Raum übertragen lässt, wie es etwa in Pößneck bereits vorgemacht wird?
Es diskutieren: Anna Vogt, Mitorganisatorin der Chemnitzer Späti-Tour; Max Müller, der mit seinem Automaten-Späti „ZuSpäti" das gastronomische Angebot der Stadt bei Nacht verbessern und Chemnitz für junge Menschen attraktiv halten will; und Katharina von Storch, die als Studentin ein Späti-Projekt in Chemnitz mitgründete und langjährige Erfahrung in der Bespielung kultureller Orte mitbringt.
Moderiert wird das Gespräch von Aylin Çerik, junge Journalistin bei Salon 5, der Jugendredaktion von CORRECTIV.
Ein Gespräch über Nachtkultur, Stadtentwicklung und die Frage, wem die Stadt nach Ladenschluss gehört.